Zwei Begriffe, ein Missverständnis: Was ist der Unterschied zwischen Massivholz und Vollholz?
Wer sich nach neuen Möbeln umsieht, stößt schnell auf die Begriffe „Massivholz“ und „Vollholz“. Beide klingen hochwertig – doch sie bedeuten nicht dasselbe. Viele Hersteller werben mit „massiv“, obwohl es sich streng genommen gar nicht um Vollholz handelt. In diesem Artikel erfährst du, wo der Unterschied zwischen Massivholz und Vollholz liegt, welche Bezeichnung rechtlich geschützt ist und wie du beim Kauf sichergehst, dass du echtes Holz bekommst.
1. Was bedeutet Massivholz?
Der Begriff Massivholz ist in Deutschland tatsächlich genormt – und zwar durch die DIN 68871. Diese Norm legt fest:
Ein Möbel darf nur als Massivholzmöbel bezeichnet werden, wenn alle sichtbaren Teile aus massivem Holz bestehen.
Das bedeutet: Die Teile sind aus einem Stück Holz gefertigt oder aus verleimten Holzlamellen derselben Holzart. Ausnahme: Rückwände und Schubladenböden dürfen aus anderen Materialien bestehen. 👉 Beispiel: Ein Esstisch aus Eiche, dessen Tischplatte aus durchgehenden Eichenholz-Lamellen gefertigt ist, gilt als Massivholz-Tisch. Ein furnierter Tisch mit MDF-Kern dagegen nicht.
2. Was bedeutet Vollholz?
Vollholz geht noch einen Schritt weiter. Es bezeichnet Holzteile, die komplett aus einem Stück gewachsenem Holz bestehen, also nicht verleimt oder zusammengesetzt sind. Vollholz ist damit die „reinste“ Form des Holzes – so, wie es aus dem Stamm gesägt wurde. 👉 Typisches Beispiel: Ein massiver Balken, eine geschnitzte Tischplatte aus einem Stück, ein traditioneller Bauernschrank. Vollholz ist besonders stabil und charaktervoll, arbeitet aber stärker bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Deshalb wird es heute seltener verwendet – Massivholz ist in der Verarbeitung deutlich flexibler.
3. Der wichtigste Unterschied zwischen Massivholz und Vollholz

👉 Kurz gesagt: Jedes Vollholz ist Massivholz – aber nicht jedes Massivholz ist Vollholz.
4. Warum viele Hersteller mit „massiv“ werben
Der Begriff „Massivholz“ klingt für viele Käufer nach Echtheit und Qualität – und das nutzen Hersteller natürlich aus. Doch oft verstecken sich hinter „massiver Optik“ furnierte Spanplatten oder Dekor-Oberflächen. Diese Möbel sehen aus wie Holz, bestehen aber im Inneren aus Pressspan. Achte beim Kauf daher immer auf klare Bezeichnungen wie:
- „100 % Massivholz“
- „Aus Eiche massiv“
- „Massivholzmöbel nach DIN 68871“
Wenn du dagegen Begriffe wie „Eichenfurnier“, „Dekor“, „Nachbildung“ oder „Holzoptik“ liest – dann ist es kein echtes Massivholz.
5. Welche Variante ist besser?
Das hängt von deinem Anspruch ab:
- Massivholz ist ideal, wenn du langlebige, pflegeleichte und formstabile Möbel suchst.
- Vollholz eignet sich perfekt für Liebhaber, die das Ursprüngliche und Natürliche lieben – jedes Stück ist ein Unikat.
Beide Varianten sind hochwertig und deutlich nachhaltiger als furnierte oder künstliche Möbelplatten. Der größte Vorteil: Echtes Holz lebt, duftet angenehm, fühlt sich warm an und kann immer wieder aufbereitet werden.
Fazit: Massivholz oder Vollholz – Hauptsache echt Holz
Ob Massivholz oder Vollholz – beide stehen für Qualität, Langlebigkeit und Natürlichkeit. Wichtig ist vor allem, zu wissen, was man kauft. Wer auf echte Materialien achtet, investiert nicht nur in Möbel, sondern in Werte. Wenn du also das nächste Mal einen Tisch, Schrank oder eine Kommode suchst, frag dich:
„Will ich nur die Optik von Holz – oder echtes Holz mit Charakter?“